09.10.2017

„Gefahren für Kinder und Jugendliche durch neue Medien?“

Der digitale Fortschritt und die neuen Medien fordern Eltern und Lehrkräfte heraus


Der digitale Fortschritt und die neuen Medien fordern Eltern und Lehrkräfte heraus. Wieviel „Handy“ ist gut für Kinder und Jugendliche? Welche Chancen bieten die neuen Medien? Wo lauern Gefahren? Wie kann man Kinder und Jugendliche davor schützen? Diese und ähnliche Fragen sind auch Gegenstand der Medienerziehung und Präventionsarbeit am Rottmayr-Gymnasium.

Am Mittwoch, 04.10.2017 fanden die Klassenelternabende für die 6. Jahrgangsstufe statt. In diesem Rahmen hielt Herr Dr. Lohmeier, Leiter der Erziehungsberatungsstelle Traunstein, einen Vortrag zum Thema „Gefahren fu?r Kinder und Jugendliche durch neue Medien?“

Dr. Lohmeier wärmte die Zuhörer zunächst mit einem Medienquiz auf, um dann einen Überblick über das vielfältige Medienangebot zu geben. Hier wurde bereits die hohe Präsenz der Medien im Leben der Kinder und Jugendlichen deutlich, denn ein durchschnittlicher Schüler sitzt bis zum Ende seiner Schulzeit rund 13.000 Stunden in der Schule, aber 25.000 Stunden vor einem Monitor. Übermäßiger Medienkonsum habe – so Dr. Lohmeier – auch Auswirkungen auf die Gesundheit: Übergewicht, Diabetes, Gelenkprobleme und Depressionen könnten die Folgen sein. Auch ein veränderter Schlafrhythmus mit geringeren Tiefschlafphasen sei zu beobachten, was negative Auswirkungen für die Speicherung des Gelernten habe. Ebenfalls ließen sich negative Effekte auf Aufmerksamkeit und Konzentration feststellen. Beobachtet werden könne auch das Phänomen der „Myelinisierung“. Dies bedeutet, dass Gelerntes durch anschließenden Medienkonsum wieder gelöscht wird.

Des Weiteren informierte Herr Dr. Lohmeier über die Problemkreise Gewalt in den Medien, Faszination von Videospielen und Abhängigkeit von sozialen Netzwerken. Insbesondere Videospiele und soziale Netzwerke könnten zu suchthaften Verhaltensweisen führen. Laut Herrn Dr. Lohmeier bestehe eine Gefährdung bei einem Konsum von mehr als fünf Stunden pro Tag.

Auf besonderes Interesse stieß die Frage, was Eltern im Sinne einer kindgerechten Medienerziehung tun könnten. Dr. Lohmeier verwies u. a. auf die Punkte Altersgerechtheit und Schutzfilter sowie auf den Grundsatz „weniger ist mehr“. Der Medienkonsum von Kinder zwischen acht und elf Jahren sollte 60 Minuten am Tag nicht übersteigen, ab zwölf seien sinnvolle Absprachen zu treffen. Bildschirme jeglicher Art seien in Kinderzimmern unangebracht. Elterliches Monitoring sei unerlässlich. Hilfreich seien die drei Prinzipen Bewegung, Beziehung und Vorbild.

Herrn Dr. Lohmeier gelang es, in seinem fundierten Vortrag Erkenntnisse aus aktuellen wissenschaftlichen Studien mit seinen „Praxis-Erfahrungen“ als dreifacher Vater zu kombinieren. Dadurch erlebten Eltern und Lehrkräfte einen sehr informativen, kurzweiligen Vortrag, aus dem zahlreiche Tipps mitgenommen werden konnten.

StRin Nadine Schaller


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