Das Geheimnis des Lebens findet man ...

Das Getümmel beim Kampf um die besten Führungen
Die mehr oder weniger interessierten Schüler lauschen der Experimentalchemie-Vorlesung
Rund 1000 Schüler drängen sich in den großen Vorlesungssaal
Die beeindruckenden Experimente der Doktorandin mit flüssigem Sauerstoff in der Experimentalchemie-Vorlesung
Der flüssige Stickstoff läßt Rosenblätter augenblicklich gefrieren
Die Schüler nehmen zum Abschied ihren Lehrer und Adolf von Baeyer in die Mitte

... in der Chemie

Das Geheimnis des Lebens? Was soll denn damit gemeint sein? Na, die DNA natürlich!

Als 17 verschlafene Schüler der 11. Klasse am 02.03.18 nach einer beinahe dreistündigen Busfahrt endlich am Universitätsgebäude ankamen, wussten sie noch nicht sicher, was sie erwarten würde. Obwohl sie doch extra zwei Spione deponiert hatten, die sie bereits in München erwarteten! Gemeinsam mit den Schülern des Aventinus-Gymnasiums aus Burghausen stürzten sich alle gleichermaßen motiviert (oder pflichtbewusst) in das Getümmel um noch einen Platz in den begehrtesten Führungen durch das Uni-Versum zu bekommen.

Ein paar blaue Flecken später hatte sich jeder Schüler mindestens einen Platz in einer der hochinteressanten Vorstellungen gesichert. Geboten waren Führungen mit Experimenten und Vorträgen im Bereich der Chemie, über Biochemie, zur Physikalischen Chemie, bis hin zur Pharmazeutischen Chemie und deren Unterteilungen, sowie beispielsweise die Pharmazeutische Technologie.

Als Einleitung gab es eine Experimentalchemievorlesung im Liebig-Hörsaal bei der jeder, der wollte, zuhören durfte. Dabei sprach Professor Klapötke, der versuchte die chemischen Hintergründe der gezeigten Experimente auf molekularer Ebene für Anfänger verständlich zu erklären, immer im fließenden Übergang mit seiner Doktorandin, die die Versuche durchführte. Sodass höchstes Konzentrationsvermögen gefragt war um beiden Erklärungen gleichzeitig folgen zu können. Alle Schüler beobachteten, mehr oder weniger interessiert, die Experimente von denen wir einige aus dem Chemieunterricht wiedererkannten. Wie zum Beispiel die Versuche mit flüssigem Stickstoff, die doch immer wieder beeindruckend sind. Auch verschiedene Eigenschaften von Sauerstoff und Stickstoff im Vergleich wurden bildhaft erläutert. Genauso wie die Eigenschaften des Heliums, welches auch im Vorlesungssaal breit vertreten war, da massenweise grüne Luftballons mit LMU-Aufdruck den gesamten Besucherbereich dekorierten. Von den hin und wieder platzenden Ballons ließen sich jedoch weder der rauchende Professor noch seine Assistentin irritieren und begeisterten uns mit weiteren aufschlussreichen Experimenten, die uns zum Staunen brachten.

Gleich darauf strömten die Schüler zu ihren Führungen. Meine waren im Bereich der Pharmazie. Ich zog Schlüsse wie die Arbeit in der Pharmazeutisch-Chemischen Forschung aufgebaut war. Nämlich aus Medizinischer Chemie, zur Entwicklung neuer, verbesserter Wirkstoffe, der Pharmazeutischen Analytik, um Methoden zur Identifizierung von Arzneistoffen zu entwickeln und der Erklärung der molekularen Wirkmechanismen. Außerdem wurde uns der Werdegang und die Entwicklung eines Medikaments vom Entdecken der Notwendigkeit für einen neuen Arzneistoff bis in die Regale einer Apotheke erklärt.

Daneben gab es auch die praktische Arbeit im Labor zu erkunden. Wir bekamen die Reaktion des Sol-Gel-Übergangs erklärt und gleich anschließend die Möglichkeit ein Handdesinfektionsgel selbst herzustellen. Wodurch wir die Begeisterung der Doktoranden an ihrer Arbeit mit eigener Erfahrung nachvollziehen konnten. Nach vorschriftlicher Etikettierung konnten wir das Gel sogar mit nach Hause nehmen, um auch unseren Klassenkameraden bildhaft von unserer Erfahrung erzählen zu können.

Auch die Arbeit mit Lasermikroskopen, sogenannten konfokalen Mikroskopen, in dunklen Laborräumen wurde uns gezeigt. Durch das Vergleichen von Netzhautquerschnitten von Mäusen kann auf vererbbare Augenkrankheiten rückgeschlussfolgert werden und mit dem Verfahren der Polymerase-Kettenreaktion der Fehler in der DNA gefunden werden. Sogar noch schlagende Mäuseherzen, die nur durch Apparaturen am Schlagen gehalten wurden, haben in der Führung nicht gefehlt!

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Tag an der Uni uns allen sicherlich viel gebracht hat. Vielleicht sind einige nun fest überzeugt, dass sie Pharmaceutical Science studieren wollen. Während andere zumindest zu dem Schluss gelangt sind, dass sie doch lieber nach etwas Anderem suchen. Auf jeden Fall ist die LMU-München, was Naturwissenschaften angeht, sehr fortschrittlich und sollte jemand mit dem Gedanken spielen, etwas in diese Richtung beruflich machen zu wollen, würde sich die Teilnahme an einem der kommenden Infotage ohne Frage lohnen!

(Laura Dorner)

Unser Ausflug nach Rosenheim

Fachsimpeln
Er begeisterte mit einem für sein Alter unglaublichen Wissen ....
... während hier offensichtlich der Spaß im Vordergrund stand.

Am 22.2. packen wir nach den ersten drei Schulstunden zusammen und steigen, mit Herrn Römmelt als Begleitung, in den Bus, welcher uns zum Jugend-forscht-Regionalentscheid nach Rosenheim bringt.

Ausgestattet mit reichlich Verpflegung aus Wurst- und Käsesemmeln sowie Getränken -gesponsert von Herrn Beyhl- und begleitet vom Gesang und Geplärre zweier 10. Klassen, kommen wir nach einer eineinhalbstündigen Fahrt endlich in Rosenheim an. Wir steigen aus dem Bus aus und finden, nach einer kurzen planlosen Suche des richtigen Eingangs, die Ausstellung.

Herr Römmelt teilt uns Blätter aus, auf welchen allgemeine Fragen stehen, welche wir jeweils an drei der mindestens 20 Stände den jugendlichen Forschern/innen stellen und von ihnen beantworten lassen sollen. Komplett auf uns allein gestellt wagen wir uns in das Getümmel und sehen uns erst einmal jeden Stand ein wenig an.

Vom veganen Gugelhupf bis hin zu einem selbst einparkenden Kettcar ist alles dabei. Unter anderem ein Junge, dem aufgefallen ist, dass große Mikrofone bei klassischen Konzerten im Weg umgehen. Deshalb suchte er nach einer Lösung und kam auf die Idee eines kleines Mikrofones, das man an Saiteninstrumente befestigten kann. Zwei Mädchen der fünften Klasse wollten ihre Zähne gesund schöner machen und forschten nach verschiedenen Arten selbst Zahnpasta herzustellen und so kamen sie auf die unterschiedlichsten Möglichkeiten zum Beispiel mit Kokosöl oder Heilerde. Ein anderes Projekt zweier Fünftklässlerinnen war es, Schokolade ohne Zucker herzustellen, da sie diese so gern essen, sie aber leider zu ungesund ist. Schüler zwischen 10 und 18 Jahren sind eifrig dabei uns ihre Projekte vorzustellen und binden uns sogar teilweise in ihr Projekt mit ein, auch wenn dies nur Schokolade essen beinhaltet.

Es ist interessant mit den Entwicklern der Projekte ins Gespräch zu kommen und mehr über die Projektentstehung zu erfahren. Wissenswertes ist auch, dass die wenigsten der Schüler selbst Ausgaben hatten (wenn, dann nur sehr geringe), denn ein Großteil der Kosten wurde von den jeweiligen Schulen übernommen.

Ein informativer Nachmittag neigt sich dem Ende und so verlassen wir wieder die Hochschule in Rosenheim und machen uns auf den Weg zurück zu unserem Gymnasium. Sich die diversen Ideen anzusehen und erklären zu lassen ist auf jeden Fall einen Ausflug wert. Und der Plan sich selbst ein Projekt auszudenken ist vielleicht für den einen oder anderen durchaus etwas näher gerückt. 

(Fiona Eder und Leonie Hölzl)

Unser Stahl kommt ... vielleicht aus Linz

Blick von der Besucherterrasse über Teile des Stahlwerks; gut zu erkennen sind der riesige Gasometer und die zwei Hochöfen im Hintergrund
Rund 80 verchromte Stahlkugeln begleiten die Besucher bei ihrem Weg durch die Stahlwelt

Stahl besteht hauptsächlich aus Eisen und ist mit einer Jahresproduktion von mehr als einer Milliarde Tonnen der bei weitem am meisten hergestellte metallische Werkstoff unserer Zeit. Stahl wird weltweit überwiegend nach dem Linz-Donauwitz-Verfahren (LD-Verfahren) hergestellt, das seinen Namen nach den beiden österreichischen Stahlwerken in Linz in Oberösterreich und Donauwitz in der Steiermark hat, in denen diese Art der Stahlerzeugung vor mehr als 60 Jahren erstmals eingesetzt wurde. Und eben jenes Stahlwerk in Linz, das sich heute im Besitz der voestalpine befindet, besichtigte die Klasse 8p am 21.Juli 2016.

Hautnah konnten dabei die Schüler auf einer Führung durch das Werksgelände die einzelnen Stationen der Stahlproduktion erleben. Alle Schritte von der Anlieferung und Aufbereitung der Rohstoffe über das Erzeugen des Roheisens im Hochofen bis hin zur Veredlung zum Stahl und dessen Weiterverarbeitung finden hier sozusagen unter einem Dach statt. Aus sicherem Abstand sahen unsere Schüler dort sogar den Abstich eines Hochofens und das blitzschnelle Auswalzen eines glühenden Stahlquaders zu Stahlblech.

Anschließend besuchten sie dann die voestalpine Stahlwelt. In dieser multimedialen Ausstellung dreht sich noch einmal alles um die Erzeugung und Verarbeitung von Stahl. Von der Besucherplattform aus hatte man zudem einen großartigen Ausblick über das beeindruckende Gelände. Trotz der recht langen Anreise war diese Exkursion sicherlich ein bleibendes Erlebnis für unsere Schüler.

(Thomas Römmelt)

Exkursionen im Fach Chemie

Auch in diesem Jahr werden wieder Exkursionen zu den Chemiestandorten Hart an der Alz und Trostberg der Firma AlzChem stattfinden. Dort kann Chemie im Groß-Maßstab einmal hautnah erlebt werden. Aber auch viele interessante Details zu Ausbildungen, Arbeitsbedingungen und Kollegialität können aufmerksame Schüler von einer solchen Betriebserkundung mitnehmen.

Wir möchten uns auch an dieser Stelle für die stets freundliche Aufnahme unserer Schüler herzlich bedanken!

Diese getönten Brillen schützen vor dem grellen Licht beim Abstich und vor gutem Aussehen
Herr Holze kennt den Betrieb wie seine Westentasche
Hier findet gerade ein Abstich des flüssigen Carbids statt

Richtig heiß ...

Am Standort Hart/Alz werden in gewaltigen Elektroöfen bei weit über 1500°C vor allem die Produkte Calciumcarbid und Ferrosilicium hergestellt. Ganz nah können alle Schüler unserer 9.Klassen dabei sein, wenn dort mit viel "menpower" gleißend helle Flüssigkeiten aus den Öfen geholt werden. Tagelang kühlen diese Stoffe dann in sogenannten Kokillen aus, bevor sie mit atemberaubenden Getöse in Backenbrechern grob vermahlen werden.

 

Das flüssige Calciumcarbid ist rund 2000°C heiß
In diesen "Flaschen" genannten Behältern wird das gemahlene Carbid von Hart/Alz nach Trostberg transportiert

... und voll cool!

Dieses Calciumcarbid dient dann in der Folge im Werk Trostberg unter anderem als Ausgangsstoff für die Herstellung des vielgelobten Kalkstickstoff-Düngers. Bei einer Führung durch den Standort Trostberg hatten Schüler unserer 8.Klassen im Juli 2016 dann auch die einmalige Gelegenheit Versuche mit verflüssigtem Stickstoff-Gas zu erleben. Flüssiger Stickstoff besitzt eine Temperatur von etwa -195°C und zeigt deshalb eine Reihe ungewöhnlicher Eigenschaften.  Einen starken Kontrast zu diesen "coolen" Versuchen bieten dann die Drehrohröfen, in denen der gasförmige Stickstoff bei rund 900°C an das fein gemahlene Calciumcarbid aus Hart an der Alz zum Kalkstickstoff gebunden wird.

 

(Thomas Römmelt)