Unser Stahl kommt ... vielleicht aus Linz

Blick von der Besucherterrasse über Teile des Stahlwerks; gut zu erkennen sind der riesige Gasometer und die zwei Hochöfen im Hintergrund
Rund 80 verchromte Stahlkugeln begleiten die Besucher bei ihrem Weg durch die Stahlwelt

Stahl besteht hauptsächlich aus Eisen und ist mit einer Jahresproduktion von mehr als einer Milliarde Tonnen der bei weitem am meisten hergestellte metallische Werkstoff unserer Zeit. Stahl wird weltweit überwiegend nach dem Linz-Donauwitz-Verfahren (LD-Verfahren) hergestellt, das seinen Namen nach den beiden österreichischen Stahlwerken in Linz in Oberösterreich und Donauwitz in der Steiermark hat, in denen diese Art der Stahlerzeugung vor mehr als 60 Jahren erstmals eingesetzt wurde. Und eben jenes Stahlwerk in Linz, das sich heute im Besitz der voestalpine befindet, besichtigte die Klasse 8p am 21.Juli 2016.

Hautnah konnten dabei die Schüler auf einer Führung durch das Werksgelände die einzelnen Stationen der Stahlproduktion erleben. Alle Schritte von der Anlieferung und Aufbereitung der Rohstoffe über das Erzeugen des Roheisens im Hochofen bis hin zur Veredlung zum Stahl und dessen Weiterverarbeitung finden hier sozusagen unter einem Dach statt. Aus sicherem Abstand sahen unsere Schüler dort sogar den Abstich eines Hochofens und das blitzschnelle Auswalzen eines glühenden Stahlquaders zu Stahlblech.

Anschließend besuchten sie dann die voestalpine Stahlwelt. In dieser multimedialen Ausstellung dreht sich noch einmal alles um die Erzeugung und Verarbeitung von Stahl. Von der Besucherplattform aus hatte man zudem einen großartigen Ausblick über das beeindruckende Gelände. Trotz der recht langen Anreise war diese Exkursion sicherlich ein bleibendes Erlebnis für unsere Schüler.

(Thomas Römmelt)

Exkursionen im Fach Chemie

Auch in diesem Jahr werden wieder Exkursionen zu den Chemiestandorten Hart an der Alz und Trostberg der Firma AlzChem stattfinden. Dort kann Chemie im Groß-Maßstab einmal hautnah erlebt werden. Aber auch viele interessante Details zu Ausbildungen, Arbeitsbedingungen und Kollegialität können aufmerksame Schüler von einer solchen Betriebserkundung mitnehmen.

Wir möchten uns auch an dieser Stelle für die stets freundliche Aufnahme unserer Schüler herzlich bedanken!

Diese getönten Brillen schützen vor dem grellen Licht beim Abstich und vor gutem Aussehen
Herr Holze kennt den Betrieb wie seine Westentasche
Hier findet gerade ein Abstich des flüssigen Carbids statt

Richtig heiß ...

Am Standort Hart/Alz werden in gewaltigen Elektroöfen bei weit über 1500°C vor allem die Produkte Calciumcarbid und Ferrosilicium hergestellt. Ganz nah können alle Schüler unserer 9.Klassen dabei sein, wenn dort mit viel "menpower" gleißend helle Flüssigkeiten aus den Öfen geholt werden. Tagelang kühlen diese Stoffe dann in sogenannten Kokillen aus, bevor sie mit atemberaubenden Getöse in Backenbrechern grob vermahlen werden.

 

Das flüssige Calciumcarbid ist rund 2000°C heiß
In diesen "Flaschen" genannten Behältern wird das gemahlene Carbid von Hart/Alz nach Trostberg transportiert

... und voll cool!

Dieses Calciumcarbid dient dann in der Folge im Werk Trostberg unter anderem als Ausgangsstoff für die Herstellung des vielgelobten Kalkstickstoff-Düngers. Bei einer Führung durch den Standort Trostberg hatten Schüler unserer 8.Klassen im Juli 2016 dann auch die einmalige Gelegenheit Versuche mit verflüssigtem Stickstoff-Gas zu erleben. Flüssiger Stickstoff besitzt eine Temperatur von etwa -195°C und zeigt deshalb eine Reihe ungewöhnlicher Eigenschaften.  Einen starken Kontrast zu diesen "coolen" Versuchen bieten dann die Drehrohröfen, in denen der gasförmige Stickstoff bei rund 900°C an das fein gemahlene Calciumcarbid aus Hart an der Alz zum Kalkstickstoff gebunden wird.

 

(Thomas Römmelt)