W-Seminar 2009/11 unter der Leitung von StRin Nicola Döring

Rahmenthema: Geographische Erscheinungsformen und Wirkungen des Wassers auf der Erde

Zielsetzung des Seminars

Wasser hat eine enorme Bedeutung auf unserem Planeten: Es ist in der Atmosphäre, im Gestein, im Boden, und schließlich in den Speichern wie Ozeanen, Seen, Flüssen, Gletschern usw. Da es in vielgestaltigen Formen zirkuliert, und zwar in unterschiedlicher Dynamik und in verschienenen Zeitabläufen, gestaltet Wasser die Landschaften, z.B. Niederschläge verlagern Bodenpartikel, Eissprengung löst festes Gestein, strömendes Wasser in Flüssen formt Täler, die Brandung lässt unterschiedliche Küstenformen entstehen.

Diese allgemeinen Grundlagen der atmosphärischen und ozeanischen  Zirkulation sowie die Formen bildenden Tätigkeiten der Flüsse, Gletscher und Meere lernen die Schülerinnen und Schüler seit der 5. Klasse im regulären Geographieunterricht kennen und setzen sich mit dem Thema Wasser als lebenswichtige und schützenswerte Ressource auseinander. Ziel des Seminars soll es sein, an das geographische Wissen der Schüler anzuknüpfen und einige Teilbereiche der vielfältigen Wirkungszusammenhänge von klimatischen Verhältnissen und landschafts- und bodenbildenden Prozessen herauszugreifen und  vertieft zu bearbeiten. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, sich mit der Bedeutung von Wasser je nach Interessensschwerpunkten im Bereich der Klimatologie, Geomorphologie, Bodengeographie und Ozeanographie auseinander zu setzen. So können sie beispielsweise die Abhängigkeit von Niederschlagsereignissen und Erosionserscheinungen, das Zusammenwirken von Meeresströmungen und klimatischen Gegebenheiten, die Bedeutung von Ebbe und Flut für die Küstenformung etc. erarbeiten, indem sie weiträumige Zusammenhänge oder auch kleinräumig-regionale Wechselbeziehungen untersuchen.

Einblicke in unsere Arbeit im ersten Halbjahr

Um den Blick für geographisch interessante Phänomene zu schärfen, bekamen die Schüler die Aufgabe, ein Foto entweder aus ihrer unmittelbaren Umgebung zu machen oder ein Bild von einer Urlaubsreise zu wählen, auf dem zu erkennen ist, dass bei der Landschaftsbildung Wasser mit im Spiel ist. Das Bild sollte so eingehend wie möglich interpretiert werden, wobei geographisch relevante Aspekte zur Sprache kommen sollten. Bei dieser Aufgabenstellung kam es außerdem noch darauf an, Präsentationstechniken einzuüben.  

 

 

Taubildung (Foto von Hanna Weidner)
Moorsee im Schönramer Filz (Foto von Sebastian Klein)
Kreidekliff in Südengland (Foto von Jakob Geischberger)
Gletscherzunge in Norwegen (Foto von Simon Zehentner)
Wimbachgries (Foto von Benedikt Hiebl)
Abtsdorfer See (Foto von Sandra Klinger)

Im Oktober wurde eine ganztägige Exkursion nach Salzburg durchgeführt. Zunächst wurde der Hochbehälter am Mönchsberg besichtigt, um auf diese Weise etwas über die Trinkwasserversorgung der Stadt Salzburg zu erfahren. Anschließend wurde im Haus der Natur die Abteilung über die Salzach eingehend studiert.

 
Liste der Seminararbeitsthemen, für die sich die Schüler/innen entschieden haben:

- Die Auswirkungen der rezenten Klimaveränderung auf die ozeanische Zirkulation

- Der Einfluss des Wassers auf die Küstenformung am Beispiel des Kreidekliffs in Südengland

- Die Entstehung von Wadis in Trockenräumen

- Die Entstehung von Karsthöhlen am Beispiel von Tropfsteinhöhlen in den nördlichen Kalkalpen

- Das Mittelmeerklima – Charakteristische Merkmale und Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Nutzung

- Entstehung, Nutzung und Renaturierung von Hochmooren am Beispiel des Schönramer Filz

- Die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf Wintersportorte in den nördlichen Alpen

- Die Trinkwasserversorgung von Singapur

- Die Auswirkungen der Dichteanomalie des Wassers in der Natur

- Die Entstehung fluvialer Talformen am Beispiel des Salzachlaufs

- Die Renaturierung von Flüssen am Beispiel der Salzach im Bereich von Laufen

- Oasen in der Sahara – Gewinnung und Nutzung von Wasser

- Das Tote Meer – Ursachen und Auswirkungen der Verlandung

- Der Aralsee – Ursachen und Auswirkungen der Verlandung

 

Exkursion in die Marktschellenberger Eishöhle auf den Untersberg

An einem Freitag im Juli fuhren wir bei strahlendem Wetter mit der Seilbahn auf den Untersberg. Von oben genossen wir zuerst die fantastische Fernsicht ins Voralpenland und wanderten dann eine knappe Stunde auf der verkarsteten Hochfläche und anschließend den steilen Thomas-Eder-Steig hinuter zum Eingang der Eishöhle. Nach kurzer Rast wurden wir durch die Höhle geführt und bestaunten die wundervollen Eisformationen. Danach meisterten alle ohne Schaden den mehrstündigen Abstieg nach Marktschellenberg.

Blick ins Alpenvorland
Alles aus Eis
Einstieg in die Höhle
Pause
Wunderschöne Rinnenkarren
Karstformen im Kalkstein
Nach der eiskalten Höhle endlich wieder Sonne und Wärme!
 

(N. Döring)