Worum geht es im Fach Ethik?

Das Ziel des Ethikunterrichts ist es, die Schüler in ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten und ihnen ein Grundgerüst moralischen Urteilens und Handelns mitzugeben. In diesem Zusammenhang wird beispielsweise die  Bedeutung und Notwendigkeit von bestehenden Werten und Normen diskutiert. Die Achtung vor der Würde des Menschen, die Erziehung zur Toleranz, zur Selbstbeherrschung, zur Achtung der Überzeugungen Andersdenkender sowie zur Übernahme von Verantwortung sind wesentliche Inhalte des Unterrichts.

Im Unterschied zum konfessionell gebundenen Religionsunterricht ist der Ethik-Unterricht religiös-weltanschaulich neutral gehalten; dennoch ist die Auseinandersetzung mit den Grundgedanken der Weltreligionen ein wesentlicher Bestandteil des Ethikunterrichts. Grundlegende Fragen menschlicher Existenz (z.B. nach dem Sinn des Lebens, nach Freiheit, Glück, Gerechtigkeit) werden aber nicht nur aus theologischer Sicht erörtert, sondern es werden auch Aussagen der Philosophie, Psychologie, Biologie und anderer wissenschaftlicher Disziplinen mit einbezogen. Die fächerübergreifende Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Weltanschauungen und die Reflexion eigener Gedanken und Erfahrungen haben zum Ziel, den Schülern eine Orientierungshilfe für ihr eigenes Leben zu geben und ihnen zu vermitteln, wie man einerseits freiheitlich und selbstbestimmt, andererseits aber respektvoll und vorurteilsfrei anderen gegenüber urteilt und verantwortungsbewusst handelt.

Weiterführende Links

Kurze Themenübersicht: Was wird in den einzelnen Jahrgangsstufen besprochen?

Link zu den detaillierten Lehrplänen des Faches Ethik

P-Seminar Perspektivwechsel – Berufsbilder im Zusammenhang mit der Integration von Menschen mit Behinderung

Wer kann am Ethikunterricht teilnehmen?

Das Fach Ethik ist für alle Schülerinnen und Schüler, die bekenntnislos sind oder für deren Bekenntnis kein Religionsunterricht eingerichtet ist. Es besteht aber selbstverständlich auch für katholische oder evangelische Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, den Ethikunterricht anstelle des Religionsunterrichts zu besuchen.

Grundsätzlich ist also jeder, der Lust und Interesse hat, herzlich willkommen!

Wer an Ethik teilnehmen möchte, muss eine von den Eltern unterschriebene formlose Anmeldung für den Ethikunterricht im Sekretariat abgeben. Dann wird die Schülerin bzw. der Schüler im kommenden Schuljahr für die Ethikgruppe eingeteilt.

Wann findet der Ethikunterricht statt?

In allen Jahrgangsstufen findet Ethikunterricht statt, und zwar parallel (d.h. zeitgleich) zum Religionsunterricht.

Einblicke in den Unterricht

5. Klasse

Thema: Alles ist neu

Die Schülerinnen und Schüler haben über die Anfangszeit an ihrer neuen Schule ein persönliches Comic-Tagebuch geführt, in dem sie Erlebnisse, Gefühle und Gedanken der ersten Schulwochen in Form von Comic-Zeichnungen, Sprechblasen und kleinen Texten dargestellt haben.

Einige Schülerinnen und Schüler der Ethikgruppe präsentieren ihre Comic-Tagebücher.
In diesem Bild geht es um den eigenen Stress bei einem Englischtest und die Freude des Mitschülers, der einen Einser geschrieben hat.
Dieses Bild illustriert das mulmige Gefühl am ersten Schultag auf dem Weg zur neuen Schule.

Thema: Bedürfnisse

Nachdem wir im Unterricht besprochen haben, welche Grundbedürfnisse befriedigt werden sollten und was sich jeder einzelne noch gerne darüber hinaus wünscht, setzen sich die Schülerinnen und Schüler damit auseinander, was sich Kinder, die in anderen Ländern leben (z.B. Angola, Bangladesh, Chile), wünschen und worüber sich diese freuen würden. Mit diesem Blick zu den Lebensverhältnissen von Kindern in ärmeren Ländern wurde unseren Schülern das Bewusstsein geschärft, wie gut es ihnen eigentlich geht.

Mit Hilfe des Atlasses schauen die Schülerinnen nach, wo die Länder liegen, von denen auf ihren Informationskarten die Rede ist.
Die Buben lesen auf den Informationskarten über die Lebensverältnisse und Wünsche der Kinder in anderen Ländern.
Anschließend werden die Ergebnisse präsentiert und an der Pinwand befestigt.

 

6. Klasse

Thema: Teamwork

Bei diesem Strategiespiel gibt es drei verschiedene Teams. Die Teammitglieder besprechen zunächst untereinander eine Taktik, wie sie vorgehen wollen. Anschließend treten sie mit den anderen Teams in Verhandlungen.

Bei diesem Spiel ist nicht nur taktisch kluges Denken gefragt, sondern es geht vor allen darum, Diskussionsregeln einzuhalten (ausreden lassen, andere Meinungen akzeptieren etc.), Kompromissbereitschaft zu zeigen, fair und respektvoll miteinander umzugehen und die Erkenntnis zu gewinnen, dass es manchmal im Team leichter ist zu gewinnen, denn andere Gruppenmitglieder haben Ideen, auf die man alleine nie gekommen wären.

Thema: Familie

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit verschiedenen Möglichkeiten des Zusammmenlebens auseinander und problematisieren beispielsweise, welche Probleme Patchworkfamilien oder auch alleinerziehende Eltern haben.

Hier stellen die Kinder verschiedene Familienkonstellationen nach:

Alleinerziehender Vater mit Sohn
Vater, Mutter und drei Töchter
Großfamilie
9. Klasse

Thema: Hinduismus und Buddhismus

Bei der Auseinandersetzung mit den Grundvorstellungen fernöstlicher Religionen werden immer wieder Vergleiche zu den Kerngedanken der Abrahamsreligionen (Christentum, Judentum, Islam) angestellt. Auf diese Weise werden die Kenntnisse der Schüler über die wesentlichen Aspekte der einzelnen Weltreligionen vertieft sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet.

Mit Hilfe von Plakaten mit Infos zu den Weltreligionen sollen die Schülerinnen ein Kreuzworträtsel lösen.

 

 

Ausflug ins Buddhistische Zentrum nach Salzburg

Auch heuer waren wir wieder kurz vor den Osterferien im Buddhistischen Zentrum in Salzburg. Dort wurden wir sehr feundlich von einem buddhistischen Lehrer empfangen, der uns die grundlegenden Aspekte der buddhistischen Lehre erläuterte und uns viele Fragen beantwortete. Kurze Meditationseinheiten, zunächst im Sitzen, anschließend im Gehen,  gaben uns einen kleinen Einblick in die Meditationspraktiken der Buddhisten.

Buddha-Statue vor dem Buddhistischen Zentrum in Salzburg.
Die Ethik-Gruppe der 9. Klassen

12. Klasse

Thema: Schuld und Strafe

Besuch des Jugendgefängnisses

Im Unterricht werden Sinn und Zweck von Strafe besprochen sowie die Zielsetzungen des modernen Strafvollzugs erörtert. Insofern war der Besuch der Justizvollzugsanstalt Laufen-Lebenau im Februar 2012 eine besondere Erfahrung für die Oberstufenschüler. Wir wurden sehr ausführlich über den Tagesablauf der jugendlichen Gefangenen informiert, die keineswegs nur faul in ihrer Zelle herumsitzen, sondern tagsübers ihre Schul - bzw. Lehraubildung absolvieren und somit auf ein geregeltes Arbeitsleben nach der Haft vorbereitet werden.

(N. Döring)