Guns, Gun Control and Mass Shootings

Eine feste Einrichtung am RGL sind inzwischen die Vorträge von Herrn Dr. Hünemörder, Dozent für amerikanische Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.Für seinen jährlichen Vortrag für die Oberstufenschüler war diesmal (17.10. 2018) die Waffenliebe der US-Amerikaner vereinbart worden, ein aktuelles Thema in der Englisch-Oberstufe. Wie immer war der Vortrag in englischer Sprache, so dass die Schüler neben der landeskundlichen Informationen gleichzeitig eine gute Übungsmöglichkeit im Hörverstehen hatten.

Dr. Hünemörder erläuterte in seinem Vortrag zunächst Möglichkeiten der Klassifizierung von Schusswaffen. Man muss nämlich genau unterscheiden können, um die existierenden Regelungen und Waffengesetze auf Bundes- sowie Einzelstaaten-Ebene verstehen zu können. Im Weiteren ging es um die historisch relevanten (Revolutionary War, Civil War, frontier experience) sowie die gegenwärtigen Ursachen (Schutzfunktion, Jagdleidenschaft, Abgeschiedenheit in ländlichen Landstrichen, Rolle der Waffen in der Pop-Kultur) für die enorme Präsenz von Waffen in den USA. Die Zahlen, die der Referent präsentierte, sprechen für sich: Etwa 400 Millionen Schusswaffen sind in den USA in Privatbesitz, und das bei einer Bevölkerung von ca. 320 Millionen. Das ist einsamer Weltrekord, wenngleich ein sehr bedenklicher.

So ist es nicht verwunderlich, dass die USA auch bei Schießereien mit tödlichem Ausgang oder sogar bei "Mass Shootings" mit hohen Opferzahlen traurige Weltspitze sind . Den Begriff "Mass Shooting" zu definieren, ist schwierig, denn ab wann kann man von einer Masse sprechen? Dr. Hünemörder nennt zwei Merkmale, die alle Amokläufe teilen: Es wird eine möglichst hohe Opferzahl angestrebt und es gibt kein nachvollziehbares Motiv. Zudem zeigen nahezu alle Amokläufer psychische Auffälligkeiten.

Was die Konsequenzen aus all diesen Vorfällen anbelangt, ist die amerikanische Gesellschaft äußerst gespalten. Während die "Gun Lobby", angeführt von der NRA (National Rifle Association) jegliche Verschärfung der Gesetze ablehnt und sogar für noch mehr Waffen plädiert, sprechen sich gemäßigtere Stimmen für einen viel reglementierteren Umgang mit Waffen aus. Kompromisse sind in der USA allerdings derzeit nicht in Sicht.

Diese komplexen Inhalte verstand der Referent so geschickt aufzubereiten und darzustellen, dass die Schüler/innen problemlos folgen konnten. Dankbar waren sie auch für die auflockernden Simpsons-Episoden und Filmausschnitte, die sehr hilfreich waren, um die Inhalte ansprechend auf den Punkt zu bringen.

Schüler und Lehrkräfte freuen sich auf Dr. Hünemörders Besuch im nächsten Schuljahr.

R. Deiminger-Goldschalt

Über etwas Abwechslung freuten sich einige Schüler der 11. Klasse im Englischunterricht. Der Ethnologie- und Filmprofessor Vincent O'Brian, der in den letzten Jahren seine Liebe zum Blues entdeckt hat, gab den Schülern eine kurze Einführung zur Bedeutung des Blues für die heutige Rock- und Popmusik. Natürlich gab er auch einige Kostproben mit Gitarre und Mundharmonika. Er erklärte sowohl Entstehung als auch Bedeutung einiger Bluessongs und brachte das Klassenzimmer zum Schwingen. "Leider viel zu kurz", fanden Lehrer und Schüler, aber O'Brian versprach, gerne wieder zu kommen.

A. Loftus